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10.02.2020

PHYSIO-DEUTSCHLAND international – Teil 4: im Gespräch mit Stefan Hegenscheidt

Stefan Hegenscheidt ist seit 2017 Beauftragter für Internationales von PHYSIO-DEUTSCHLAND. In Abstimmung mit dem Vorstand von PHYSIO-DEUTSCHLAND arbeitet er auf internationaler Ebene in den Gremien des Weltverbandes (WCPT) und darüber hinaus. Heute sprechen wir mit ihm über seine Erfahrungen und den Nutzen der internationalen Arbeit für alle Physiotherapeuten in Deutschland.

Hallo Stefan, Du bist schon im dritten Jahr für PHYSIO-DEUTSCHLAND international aktiv. Was ist das Erste, das Dir dabei in den Sinn kommt?

Das ist eine schwere Frage zum Einstieg! Die Arbeit von Physiotherapeuten rund um den Globus ist unglaublich vielfältig und sehr beeindruckend. Das besondere an der internationalen Zusammenarbeit ist, dass sich die Expertisen von so vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen bündeln und wir alle das Ziel haben, gemeinsam unseren Beruf weiter nach vorne zu bringen – politisch und auch in der öffentlichen Wahrnehmung.

Warum ist das internationale Engagement aus Deiner Sicht wichtig?

Die WCPT ist die Stimme der Physiotherapeuten auf der Welt. Der Weltverband vertritt über 625.000 Kolleginnen und Kollegen aus 121 Nationen. Durch diesen Zusammenschluss lassen sich Türen für die Physiotherapie bei internationalen Organisationen wie beispielsweise der Weltgesundheitsorganisation, den Vereinten Nationen oder auch beim Europäischen Parlament öffnen. Das ist die politische Seite, aber auch das fachliche Netzwerk, die Förderung der Ausbildungsstandards und der Forschungsaktivitäten sind wichtige internationale Tätigkeitsfelder.

Gibt es beim Fachlichen etwas Spezielles, das Du betonen möchtest?

Ja, beispielsweise die Zusammenarbeit mit PEDro, der Physiotherapy Evidence Database. PEDro feiert dieses Jahr 20. Geburtstag – also seit 20 Jahren werden dort wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Physiotherapie veröffentlicht. Das besondere an der PEDro-Datenbank ist die Vorselektierung der Arbeiten. Jeder Nutzer kann unter www.pedro.org.au/german/ auf einen Blick die methodische Qualität der jeweiligen Forschungsarbeit erkennen und das in deutscher Sprache.

Und ich möchte sogar noch einen Schritt weiter gehen: Durch die vielen deutsch-sprachigen Arbeiten in der PEDro und durch das Engagement bei der Übersetzung weiterer Ressourcen bietet PHYSIO-DEUTSCHLAND seinen Mitgliedern eine wichtige Unterstützung zum evidenzbasierten Arbeiten.

Was genau verbindet PEDro mit PHYSIO-DEUTSCHLAND?

Getragen wird PEDro vom Centre for Evidence-Based Physiotherapy (CEBP). Das CEBP gründete sich 1999 aus einer kleinen Gruppe klinisch und akademisch arbeitender Physiotherapeuten in Australien. Heute gehört das CEBP zum George Institute for Global Health in Sydney. PHYSIO-DEUTSCHLAND unterstützt PEDro seit Jahren mit einem finanziellen Beitrag. Die Physio-Akademie gGmbH, das wissenschaftliches Institut von PHYSIO-DEUTSCHLAND, ist seit 2010 das deutsche Partnerinstitut des CEBP. Von daher gibt es eine direkte Verbindung zur PEDro.

Was war bisher Dein persönliches Highlight im Rahmen Deiner internationalen Tätigkeit für PHYSIO-DEUTSCHLAND?

Der Weltkongress in Genf war schon etwas sehr Besonderes. Neben dem Kongress fand das General Meeting der WCPT statt und auch Versammlungen der Selbstständigen sowie weiteren Gruppierungen – alles sehr spannend. Ganz besonders war für mich auch das Treffen der deutschen Teilnehmer in Genf. Mehr als 40 Kolleginnen und Kollegen sind der Einladung von PHYSIO-DEUTSCHLAND zum Netzwerktreffen gefolgt. Der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen bereichert und erweitert den eigenen Horizont.

Vielen Dank für das Interview. Sehr gerne werden wir auch in Zukunft über die internationale Arbeit berichten.